Spechtschutz für Wildbienen-Nisthilfen
Viele Wildbienen-Nisthilfen bleiben zunächst von hungrigen Vögeln verschont, insbesondere wenn sie einzeln am Haus angebracht sind und nur schwach besiedelt werden. Wird eine Nisthilfe jedoch von Wildbienen gut angenommen, kann sie auch für Spechte interessant werden. Hat ein Specht einmal erfolgreich Nahrung in einer Nisthilfe gefunden, kehrt er häufig immer wieder zurück und kann die dortige Wildbienenpopulation erheblich schädigen.
Dabei können Spechte große Schäden anrichten. Sie hacken nicht nur Holznisthilfen auf, sondern bearbeiten auch Lehmflächen oder Steilwände und zerstören dabei oft einen großen Teil der Brutröhren. Neben dem Verlust des Bienennachwuchses kann dabei auch die gesamte Nistwand stark beschädigt werden.
Der Grund dafür liegt in der besonderen Anatomie der Spechte. Ihre Zunge kann bis auf die vierfache Länge des Oberschnabels ausgestreckt werden. An der Zungenspitze befinden sich kleine Widerhaken, mit denen sie selbst tief in Brutröhren sitzende Insekten erreichen und herausziehen können.
Aus diesem Grund ist bei größeren oder stark besiedelten Nistwänden ein zusätzlicher Schutz sinnvoll. Bewährt hat sich ein Schutzgitter aus sogenanntem Volierendraht mit einer quadratischen Maschengröße von etwa 19 mm, möglichst schwarz kunststoffummantelt. Drahtgitter mit dieser Maschengröße behindern die Wildbienen kaum, halten Vögel jedoch zuverlässig fern.
Damit der Schutz funktioniert, sollte das Drahtgitter in einem Abstand von etwa 7 cm vor den Nisthilfen montiert werden. Bei geringerem Abstand könnten Spechte die Wildbienennester durch das Gitter hindurch aufhacken. Gleichzeitig sollte darauf geachtet werden, dass kein Vogel von den Seiten oder von hinten hinter das Schutzgitter gelangen kann. Der Schutz muss daher möglichst rundum geschlossen sein.
Bei Weinlagersteinen lässt sich ein Spechtschutz recht einfach befestigen.
In die seitlichen Aussparungen der Weinlagersteine werden dazu Dübel (8 × 40 mm) mit Fliesenkleber eingeklebt. Anschließend sollte auch die noch freiliegende Seite der Dübel mit etwas Fliesenkleber überzogen werden, sodass sie vollständig eingebettet sind. Dabei ist zu beachten, dass der Fliesenkleber mehrere Tage zum vollständigen Durchhärten benötigt. Wird er vorher belastet, kann der Kleber brechen und die Befestigung sich lösen.

Die Hohlräume der Steine werden anschließend so mit Nistsubstrat gefüllt, dass die Oberfläche der Steilwand etwa 6 cm unterhalb des oberen Randes des Weinlagersteins endet. Wird nun der Spechtschutz mit Edelstahlschrauben und Muttern an den vorbereiteten Dübeln befestigt, ergibt sich automatisch der erforderliche Abstand zum Nistsubstrat. Edelstahlschrauben sind im Außenbereich besonders geeignet, da sie nicht rosten. Der Abstand zwischen Drahtgitter und Nistsubstrat ist wichtig, damit Spechte die Brutröhren nicht durch das Drahtgitter hindurch erreichen und aufhacken können.

Nisthilfen
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