Standort von Nisthilfen
Nisthilfen für Arten, die vorhandene Hohlräume besiedeln – beispielsweise Nisthölzer, Niststeine und hohle Stängel – hängt man an einem sonnigen Platz so auf, dass sie fest sitzen und nicht im Wind baumeln. Optimal ist ein Standort mit Morgensonne, also in südöstlicher Ausrichtung. Auch an einem vollsonnigen Platz erwärmen sich Nisthilfen im Hochsommer nicht so stark, dass dies für ihre Bewohner problematisch wäre.
Feuchtigkeit kann dagegen die eingetragene Nahrung durch Schimmelbildung verderben und auch die heranwachsenden Bienen und Wespen schädigen. Deshalb ist ein regengeschützter Standort oder ein etwas überstehendes, wasserabweisendes Dach sehr wichtig. Werden Nisthilfen bei starkem, peitschendem Regen ausnahmsweise einmal nass, hat dies an einem ansonsten trockenen Standort in der Regel keine nachteiligen Folgen.
Die waagerecht verlaufenden Nistgänge müssen von den Tieren frei angeflogen werden können und sollten daher beispielsweise nicht von Ästen oder dichter Vegetation verdeckt sein.

Bienennisthilfen brauchen einen sonnigen, regengeschützten
Platz. Werden sie durch ein ausreichend großes Dach vor Regen
geschützt – in diesem Fall durch eine alte Gießkanne –, können
sie auch frei im Garten aufgestellt werden, hier an einem
wiederverwendeten Eichenbalken.
Foto & Idee: Frank Kunick
Wildbienen und Einsiedlerwespen beziehen neue Nisthilfen häufig schon nach wenigen Tagen. Von Frühjahr bis Herbst kann dort reger Betrieb herrschen. Die einzelnen Arten sind allerdings jeweils nur wenige Wochen im Jahr aktiv. Damit auch früh fliegende Arten geeignete Nistplätze vorfinden, sollten die Nisthilfen spätestens Ende März bezugsfertig sein.
Viele Wildbienen nisten bevorzugt in der Nähe ihres eigenen Geburtsortes. Wird das Angebot geeigneter Nistplätze nach und nach erweitert und steht gleichzeitig genügend Nahrung zur Verfügung, können sich von manchen Arten im Laufe der Jahre größere Bestände entwickeln.
Niemand sollte sich die faszinierende Lebensweise der einzeln lebenden Bienen und Wespen entgehen lassen. Die Tiere können aus nächster Nähe beobachtet werden, ohne dass man etwas zu befürchten hat. Man kann beispielsweise zusehen, wie Wildbienen Pollen und Nektar in ihre Nester eintragen, Baumaterial heranschaffen, Brutzellen anlegen und schließlich den Nesteingang verschließen. Deshalb bietet es sich an, Nisthilfen dort anzubringen, wo man das Geschehen gut beobachten kann – beispielsweise auf dem Balkon oder der Terrasse.
Die Bewohner solcher Nisthilfen sind ausgesprochen friedlich. Die Weibchen besitzen zwar einen Stachel, setzen ihn gegenüber Menschen aber nicht zur Verteidigung ihrer Nester ein. Nur wenn man ein Tier mit den Fingern festhält oder quetscht, kann es sich mit einem Stich wehren. Auch am Kaffeetisch werden sie nicht lästig: Sie interessieren sich weder für süße Getränke noch für den Pflaumenkuchen.

Eine Scherenbiene hat einen alten Nestgang gesäubert
und darin neue Brutzellen angelegt. Da ein Teil des
alten Nestverschlusses (links hell) noch vorhanden ist,
ergänzt die pfiffige Biene nur den fehlenden Bereich
(rechts dunkel).
Nisthilfen aus Holz, gebranntem Ton oder hohlen Stängeln sowie künstliche Lehmsteilwände können über viele Jahre von Wildbienen und Einsiedlerwespen genutzt werden. Anders als Vogelnistkästen müssen Wildbienennisthilfen im Herbst nicht gereinigt werden. Viele Arten nutzen alte Nestgänge erneut und entfernen dabei selbst Material aus verlassenen Nestern, bevor sie neue Brutzellen anlegen und Pollen und Nektar eintragen.
Auch im Winter bleiben die Nisthilfen unbedingt draußen. Die darin überwinternden Tiere sind an Frost angepasst.
In einer warmen Umgebung könnten sie dagegen vorzeitig schlüpfen, wenn draußen noch keine geeigneten Blüten und somit keine Nahrung zur Verfügung stehen.
Nisthilfen
Standort
www.wildbiene.com
