Bau von Nisthilfen aus markhaltigen Stängeln
Mögliche Besiedler: Mauerbienen (Osmia), Keulhornbienen (Ceratina), Maskenbienen (Hylaeus), Stängel-Lehmwespen (Gymnomerus), verschiedene Grabwespenarten (Spheciformes).
Markstängelnistern kann geholfen werden, indem beispielsweise abgestorbene Rosenranken gekappt werden. Die Stängel können entweder am ursprünglichen Standort belassen oder in etwa 60 cm lange Stücke geschnitten und an gut besonnten Stellen neu angeordnet werden.
Wenn die Stängel so aufgehängt werden, dass das Mark auch von
unten zugänglich ist, können die Besiedler sowohl von oben als
auch von unten Nester anlegen.
Die Stängel sollten senkrecht oder leicht geneigt, zum Beispiel an einem Zaun oder zwischen parallelen Drähten, befestigt werden. Sie können aber auch an in den Boden geschlagenen Stäben fixiert werden. Werden die Stängel dagegen direkt in den Boden gesteckt, verrotten sie durch die Bodenfeuchte im unteren Bereich und fallen mit der Zeit um.
Folgende markhaltige Stängel können verwendet werden:
Brombeeren (werden am besten besiedelt), Himbeeren, (Wild-)Rosen, Sommerflieder (Buddleja), Disteln, Königskerzen, (Stauden-)Sonnenblumen (z. B. Topinambur), Kletten, Beifuß, Fenchel, Holunder.

Die nur 7–9 mm große Schwarzspornige Stängel-Mauerbiene
(Osmia leucomelana, hier ein Weibchen)
ist ein häufiger Besiedler von markhaltigen Stängeln.
Nützliche Hinweise:
Markhaltige Stängel nie bündeln oder zusammen mit hohlen Stängeln in Dosen stecken! Derartige Strukturen entsprechen nicht dem Suchschema der Mark-Spezialisten und werden daher kaum besiedelt. Zudem bevorzugen die Arten senkrecht oder leicht geneigte Stängel gegenüber horizontal ausgerichteten Stängeln.
Besiedelte Stängel müssen mindestens bis zum Schlupf der neuen Generation im folgenden Jahr an ihrem Standort verbleiben. Die Tiere überwintern in den Stängeln und schlüpfen erst im nächsten Jahr.

Ein Weibchen der Stängel-Lehmwespe Gymnomerus laevipes
vor ihrem Nest in einer Brombeerranke.
Nisthilfen
Mark Stängel
www.wildbiene.com
